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Kolumne 2
Denken - vor oder nach?

Ein Problem entsteht. Was wird getan?

Zuerst wird das Internet durchsucht. Hat da jemand schon mal, irgend-wann, vielleicht, eine Lösung parat gehabt? Lösung gefunden – Problem erledigt. Was bei der Installation eines Gerätetreibers für den Computer sicher akzeptabel ist, kann ansonsten sehr gefährlich werden. Sie haben eine Lösung gefunden, die jeder andere auch finden kann. Gefunden wird nur noch, was die Suchmaschine auch anzeigt. Und mal ganz ehrlich, meist das, was auf den ersten zwanzig Links gezeigt wird. Oder haben Sie schon mal mit Seite 2.567 begonnen? Denken macht Arbeit und ist anstrengend. Allzu leicht wird mit dem Denken begonnen und dann - jede Unterbrechung gern annehmend - vorzeitig beendet. Der schönste absurde Satz zu diesem Thema ist: „Das müssten wir mal andenken“. Andenken, dieses neue Unwort, steht in diesem Zusammenhang in keinem Duden. In der modernen Wirtschaftswelt wird dem Denken oftmals nur ein sehr begrenzter Zeitraum zugestanden. Denken wir nur an die Nachsitzungen des Bundestags, die solange dauern, bis endlich die Entscheidung für die Grundlagen eines neuen Gesetzes gefallen ist. Ich habe dabei oft den Verdacht, dass die steigende Müdigkeit der Teilnehmer das Zu-Ende-Denken verhindert. Heraus kommen Entscheidungen, die, sobald sie in die Praxis umgesetzt werden, über Jahre hinweg „nachgebessert“ werden müssen.

Kreatives und echtes Zu-Ende-Denken dagegen bieten die Möglichkeit, Dinge grundlegend zu ändern.

Kombinieren Sie Vorhandenes, erdenken Sie Neues und schaffen Sie genau die Dinge und Werte, die Sie schaffen wollen. Wie denkt man denn nun am besten, allein oder im Team, sitzend im Büro oder laufend im Wald? Vieles spricht für das Allein-Denken. Der große Vorteil ist, dass Sie dabei nicht reden müssen. Ohne Erklärungszwänge können die Gedanken schweifen. Die größten Erfindungen wurden von Einzelkämpfern ertüftelt. Die Gefahr besteht, dass Einzeldenker leicht als Besserwisser dastehen. Zu jedem Einzeldenker gehört dann auch noch mindestens Einer, der sich danach für die Durchsetzung der neuen Idee einsetzt. Der für sie kämpft und ihr den Weg bereitet.

Die Konsensfalle

Wird im Team gedacht, werden allzu kreative Außenseitervorschläge sofort belächelt oder mit entsprechenden Bemerkungen versehen. Oft fehlt auch der Mut eine wirklich schräge Idee zu äußern, aus Angst, die eigene Reputation zu verlieren. So entsteht eine Konsensmeinung, die  meist nicht dazu geeignet ist, wirklich Neues zu generieren.  Wenn im Team gedacht werden soll, dann muss das Team im Denken geschult worden sein. Es muss eine Denkkultur entwickeln, die eben genau die oben genannten Nachteile ausschaltet.

Nach- oder Vordenken

Wir denken eigentlich immer. Aber selten immer zielgerichtet auf die Erschaffung von Neuem ausgerichtet. Nachdenken, wie es das Wort schon sagt, scheint mir ein Hinterherdenken zu sein. Da hat schon mal jemand gedacht und ich denke nun nach. Denke ich genauso wie der, der vor mir schon dachte, komme ich wieder da hin, wo auch er schon ist. Ich bin dann also mehr für Vordenken, einen Gedanken wirklich zu Ende führen. Wohin führt er mich? Was ist möglich? Vordenken kann spannend wie ein Krimi sein. Unerwartete Wendungen nehmen und überraschende Ergebnisse zeigen. Zum Vordenken gehört Konzentration und die Fähigkeit, Dinge neu zu kombinieren. Das setzt nun wiederum voraus, dass der Vordenker bisher offenen Auges und Ohres durch das Leben gegangen ist. Wenn nichts da ist, was kombiniert oder verändert werden kann, kann auch nichts Neues entstehen. Ein vorgedachter Gedanke, kann zu einer echten Innovation führen. Und die kommt dann einer Revolution gleich. Irgendjemanden werde ich mit einem vorgedachten Gedanken immer aus seiner Ruhe reißen. Nur eines geht auf keinen Fall: Alles sollte möglichst so bleiben wie es ist! Die Welt um uns herum wird sich aber ändern, ökologisch und ökonomisch. Was für jeden Einzelnen von uns gilt, gilt für Unternehmen insbesondere. Die, die sich nicht stetig ändern, werden in naher Zukunft keiner Rolle mehr auf dem Markt spielen.         Beate Schumann
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Denken - vor oder nach?
Ein Problem entsteht. Was wird getan? Zuerst wird das Internet durchsucht. Hat da jemand schon mal, irgendwann,  vielleicht, eine Lösung parat gehabt? Lösung gefunden – Problem erledigt.   Was bei der Installation eines Gerätetreibers für den Computer sicher  akzeptabel ist, kann ansonsten sehr gefährlich werden. Sie haben eine  Lösung gefunden, die jeder andere auch finden kann. Gefunden wird nur  noch, was die Suchmaschine auch anzeigt. Und mal ganz ehrlich, meist das,  was auf den ersten zwanzig Links gezeigt wird. Oder haben Sie schon mal  mit Seite 2.567 begonnen?   Denken macht Arbeit und ist anstrengend. Allzu leicht wird mit dem Denken  begonnen und dann - jede Unterbrechung gern annehmend - vorzeitig  beendet. Der schönste absurde Satz zu diesem Thema ist: „Das müssten wir  mal andenken“. Andenken, dieses neue Unwort, steht in diesem  Zusammenhang in keinem Duden.   In der modernen Wirtschaftswelt wird dem Denken oftmals nur ein sehr  begrenzter Zeitraum zugestanden. Denken wir nur an die Nachsitzungen des  Bundestags, die solange dauern, bis endlich die Entscheidung für die  Grundlagen eines neuen Gesetzes gefallen ist. Ich habe dabei oft den  Verdacht, dass die steigende Müdigkeit der Teilnehmer das Zu-Ende-Denken  verhindert. Heraus kommen Entscheidungen, die, sobald sie in die Praxis  umgesetzt werden, über Jahre hinweg „nachgebessert“ werden müssen. Kreatives und echtes Zu-Ende-Denken dagegen bieten die Möglichkeit,  Dinge grundlegend zu ändern. Kombinieren Sie Vorhandenes, erdenken Sie Neues und schaffen Sie genau  die Dinge und Werte, die Sie schaffen wollen.  Wie denkt man denn nun am besten, allein oder im Team, sitzend im Büro  oder laufend im Wald?  Vieles spricht für das Allein-Denken. Der große Vorteil ist, dass Sie dabei nicht reden müssen. Ohne  Erklärungszwänge können die Gedanken schweifen. Die größten  Erfindungen wurden von Einzelkämpfern ertüftelt. Die Gefahr besteht, dass  Einzeldenker leicht als Besserwisser dastehen. Zu jedem Einzeldenker gehört dann auch noch mindestens Einer, der sich  danach für die Durchsetzung der neuen Idee einsetzt. Der für sie kämpft und  ihr den Weg bereitet. Die Konsensfalle Wird im Team gedacht, werden allzu kreative Außenseitervorschläge sofort  belächelt oder mit entsprechenden Bemerkungen versehen. Oft fehlt auch  der Mut eine wirklich schräge Idee zu äußern, aus Angst, die eigene  Reputation zu verlieren. So entsteht eine Konsensmeinung, die  meist nicht  dazu geeignet ist, wirklich Neues zu generieren.  Wenn im Team gedacht werden soll, dann muss das Team im Denken  geschult worden sein. Es muss eine Denkkultur entwickeln, die eben genau  die oben genannten Nachteile ausschaltet.   Nach- oder Vordenken  Wir denken eigentlich immer. Aber selten immer zielgerichtet auf die  Erschaffung von Neuem ausgerichtet. Nachdenken, wie es das Wort schon sagt, scheint mir ein Hinterherdenken  zu sein. Da hat schon mal jemand gedacht und ich denke nun nach. Denke  ich genauso wie der, der vor mir schon dachte, komme ich wieder da hin, wo  auch er schon ist. Ich bin dann also mehr für Vordenken, einen Gedanken  wirklich zu Ende führen. Wohin führt er mich? Was ist möglich?   Vordenken kann spannend wie ein Krimi sein. Unerwartete Wendungen  nehmen und überraschende Ergebnisse zeigen. Zum Vordenken gehört  Konzentration und die Fähigkeit, Dinge neu zu kombinieren. Das setzt nun  wiederum voraus, dass der Vordenker bisher offenen Auges und Ohres  durch das Leben gegangen ist. Wenn nichts da ist, was kombiniert oder  verändert werden kann, kann auch nichts Neues entstehen.  Ein vorgedachter Gedanke, kann zu einer echten Innovation führen. Und die  kommt dann einer Revolution gleich. Irgendjemanden werde ich mit einem  vorgedachten Gedanken immer aus seiner Ruhe reißen. Nur eines geht auf  keinen Fall: Alles sollte möglichst so bleiben wie es ist! Die Welt um uns  herum wird sich aber ändern, ökologisch und ökonomisch. Was für jeden  Einzelnen von uns gilt, gilt für Unternehmen insbesondere. Die, die sich nicht  stetig ändern, werden in naher Zukunft keiner Rolle mehr auf dem Markt  spielen.     Beate Schumann  

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